50 Jahre Landesentscheid: Jubiläumswettkampf am 11. Juli in Ravensburg

Schwäbisch Hall ist Landessieger - Königsbach wird zweiter und gewinnt Sonderpreis

Es war gegen 18 Uhr, als der Vizepräsident des Landesverbandes, Wolfgang Haalboom die Siegergruppe verkündete: zum ersten Mal stand eine Gruppe aus Schwäbisch Hall an erster Stelle beim Landesentscheid. Allerdings denkbar knapp: die Zweitplatzierten aus Königsbach (KV PF) lagen gerade einmal 2 Punkte zurück, einen weiteren Punkt vor den Dritten aus Neuenbürg (KV PF). Positiv  war das hohe Leistungsniveau: alle 11 Gruppen haben das goldene Leistungsabzeichen erhalten.

Bevor die Sieger ihre Auszeichnung in Empfang nehmen konnten war ein langer Tag mit 9 Aufgabenstationen zu bewältigen. Die Wettbewerbsbedingungen waren nahezu perfekt: Der Kreisverband Ravensburg hatte die Jubiläums-Veranstaltung  hervorragend organisiert, das Wetter war ideal und die Kulisse der Ravensburger Innenstadt war eines Jubiläumswettbewerbes mehr als würdig. Zahlreiche Schaulustige und Passanten beobachteten die Gruppen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben. In Ravensburg waren am 11. Juli rund 70 Helfer, Mimen, Schiedsrichter, Organisatoren  und Beobachter im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Zu den Aufgaben gehörten neben Theorie- und Einzelaufgaben jeweils drei Partner- und Gruppenaufgaben. Die Helfer waren unter Anderem konfrontiert mit der Wiederbelebung eines in einen Bach gefallenen Kleinkindes, der Versorgung zweier auf einem Spielplatz verletzten Jugendlichen, mit Opfern eines Verkehrsunfalls mit Knochenbrüchen und Schock sowie mit drei Leidtragenden einer Schlägerei mit Reizgaseinsatz und Nasenbeinbruch.

Realistisch: "Nasenbeinbruch" einer Mimin 

Auf dem Ravensburger Marienplatz präsentierten sich die Vierbeiner der Ravensburger Rettungshundestaffel und eine historische Gruppe führte unter großem Interesse des Ravensburger Publikums eine launig kommentierten Rotkreuzeinsatz von vor 100 Jahren vor.

 

Als am 24. Juni 1959 die ersten Gewinner des Landesentscheids in Ravensburg für ihre Leistungen geehrt wurden, waren sie zugleich auch Bundessieger geworden, denn es gab zwar schon den gestifteten Preis, aber noch keinen Bundesentscheid. Ein Mitglied der damaligen Siegergruppe, Josef Hugger, war 50 Jahre danach als Ehrengast wieder in Ravensburg dabei. 

In 50 Jahren haben nicht nur viele Hundert Gruppen am landesweiten Wettbewerb teil genommen. Gruppen aus Baden-Württemberg haben den Landesverband auch immer wieder erfolgreich beim Bundesentscheid vertreten. Doch geht es bei den Entscheiden nicht nur um Gewinner und Qualifikationen. Wesentlich ist auch das Ziel, den Leistungsstand in den Bereitschaften zu ermitteln. Das bringt sowohl den teilnehmenden Gruppen Erkenntnisse wie auch der Landesleitung und den Ausbildern der Landesschule.

Um über 50 Jahre hinweg immer weder solch attraktive Entscheide auf Kreis- und Landesebene zu organisieren, braucht es eine Menge engagierter Menschen. Aufgaben müssen ausgedacht und auf ihre Umsetzungsmöglichkeit geprüft werden. Schiedsrichter müssen gefunden und eingewiesen werden genauso wie die Mimen, ohne die ein Wettbewerb heute undenkbar wäre. Und schließlich muss der ganze Entscheid auch organisiert und durchgeführt werden.

 

Endergebnis 11. Juli 2009 in Ravensburg:
1.  Schwäbisch Hall, KV Schwäbisch Hall, 991 Punkte
2.  Königsbach, KV Pforzheim, 989 Punkte
3.  Neuenbürg, KV Pforzheim, 988 Punkte
4.  Weinstadt, KV Rems-Murr, 987 Punkte
5.  Meersburg, KV Bodenseekreis, 971 Punkte
6.  Salem College 1, KV Bodenseekreis, 965 Punkte
7.  Epfenbach, KV RN/Heidelberg, 956 Punkte
8.  Schemmerhofen, KV Biberach, 930 Punkte
9.  Lauchheim 2, KV Aalen, 907 Punkte
10. Pfedelbach, KV Hohenlohe, 889 Punkte
11. Mötzingen, KV Böblingen, 873 Punkte

Die Gastgruppe "Armenien" startete außer Konkurrenz. 

Sieger der Wertung "Menschliche Zuwendung" wurde die in der Wertung zweitplatziere Gruppe aus Königsbach, KV Pforzheim.




Udo Bangerter