Erdbeben in Haiti

Kochen von früh bis spät -  ein Portrait

Claus Scherin, Chef der Feldküche im DRK Field Hospital Carrefour, Haiti

Sein Motto „no food – no fun“ nimmt Claus Scherin (47) aus Bad Urach in Baden-Württemberg sehr Ernst. Die Helfer arbeiten jetzt rund um die Uhr und geben Höchstleistung. Daher bestimmt die Qualität des Essens in ganz entscheidendem Maß über die Stimmungslage im Camp. Hinzu kommt der gesundheitliche Aspekt. Zum Beispiel kann ein durch die Hitze und die geforderten langen Vorhaltezeiten verdorbener Salat die Gesundheit der ganzen Mannschaft gefährden und somit den Erfolg des Hilfseinsatzes insgesamt zunichte machen. Claus Scherin stellt den „gesunden Hintergrund“ zur Verfügung, damit die Notfallhelfer ihr Ziel erreichen können und den Menschen in Haiti wirklich geholfen wird.

Jeden Tag muss Claus Scherin für ca. 85 Personen drei Mahlzeiten in der Zeit von 5:30 Uhr morgens bis 21 Uhr abends bereithalten. Da das Hospital im Schichtbetrieb arbeitet, gilt es eine ausgewogene Verpflegung über den ganzen Tag verteilt zur Verfügung zu stellen. Zudem muss das Essen den extremen klimatischen Anforderungen Rechnung tragen und darf auch bei Außentemperaturen von knapp 40°C nicht verderblich sein. Insgesamt lagert Claus knapp drei Tonnen Lebensmittel als Vorrat. 

Trotz der großen physischen Belastungen liebt Claus seine Arbeit hier, da er sich so stark eingebettet fühlt in die gesamte Hilfsaktion. Das Küchenzelt, in dem Claus auch schläft, grenzt direkt an ein Camp mit vom Erdbeben obdachlos gewordenen Menschen. Claus genießt die allabendlichen Gesänge und fröhliche Musik die von diesem Camp zu ihm herüber wehen. Für ihn ist dies ein Zeichen dafür, dass die Menschen trotz ihrer schlimmen Erfahrungen und Verluste ihren Optimismus und Fröhlichkeit wieder gewonnen haben.

3.2.2010

Text: Frederik Barkenhammar

Fotos: DRK