Stuttgart, 5.5.2009
Der Rettungsdienst im Lande wird schneller, der Katastrophenschutz moderner. In der Jugendarbeit freut sich der Verband über Erfolge und über steigende Zahlen: DRK-Präsident Dr. Lorenz Menz zeigt sich erfreut über den Mitgliederstand und die Aktivitäten des Roten Kreuzes für das Sozialwesen.
Als größte nationale Hilfsgesellschaft sowie als Spitzenverband der Wohlfahrtspflege zieht das Rote Kreuz in Baden-Württemberg mit mehr als 50.000 ehrenamtlichen Helfern und rund 5.500 hauptamtlich Beschäftigten eine erfolgreiche Bilanz.
„Wir freuen uns über jede Minute, die wir schneller helfen können. Und wir tun aus eigenem Antrieb eine Menge dafür, dass die Hilfsfrist oft erheblich unterschritten wird“, so Dr. Menz. Das Rote Kreuz verbessere den Rettungsdienst und damit auch die Einhaltung der Hilfsfrist von maximal 15 Minuten. Hier gebe es deutliche Fortschritte:
2008 wuchs die Zahl der Rettungsdienstbereiche mit eingehaltener Hilfsfrist bei den Rettungswagen gegenüber 2007 von 16 auf 25. Die durchschnittlich eingehaltene Hilfsfrist in Baden-Württemberg stieg von 94,39% auf 95,0%.
Das Rote Kreuz trägt rund 85 Prozent des Rettungsdienstes und des Krankentransportes in Baden-Württemberg. An 145 Rettungswachen werden insgesamt 102 Notarzteinsatzfahrzeuge und 300 Rettungswagen vorgehalten. Die Notfallrettung stieg 2008 erneut an, um 4,8 % auf 415.357 (2007: 396.444 Einsätze). Der qualifizierte Krankentransport wuchs um knapp 1 % auf 499.178 (2007: 495.402 Einsätze).
Im Vorfeld einer beabsichtigten Änderung des Rettungsdienstgesetzes erklärte Menz, es sei Sache der Rechtsaufsichtsbehörde, per Verwaltungsakt Kliniken zu verpflichten, Notärzte zu stellen. Die Bereichsausschüsse aus Krankenkassen und Hilfsorganisationen seien Selbstverwaltungsorgane und verfügten nicht über die notwendige eigene Verwaltungskraft, solche Verwaltungsakte zu erlassen und umzusetzen. Hintergrund sind Probleme bei der Bereitstellung von Notärzten durch die Kliniken, besonders in ländlichen Gebieten – nicht zuletzt auf Grund der fortschreitenden Konzentration auf dem Krankenhaussektor.
DRK-Einsatz in Winnenden
In Winnenden und Wendlingen war das Rote Kreuz am 11. März innerhalb weniger Minuten mit im Laufe des Tages 29 Fahrzeugen des Rettungsdienstes vor Ort. Der DRK-Notfallnachsorge- und Notfallseelsorgedienst bot mit bis zu 45 Betreuern aus dem gesamten mittleren Neckarraum den betroffenen Familien, Schülern und Lehrern Gespräche und Begleitung an. Der Trauerfeier am 21. März waren 488 ehrenamtliche und 49 Hauptamtliche DRK-Kräfte vor Ort und für alle Fälle vorbereitet. Dr. Menz betonte das hervorragende Zusammenspiel aller Helfer und Einsatzkräfte in diesen Tagen: Vom Rettungsassistent über die Kräfte des Notfallnachsorge bis zu den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die vom 11. bis zum 21. März Sanitätsdienst verrichteten und alle Einsatzkräfte und Hilfesuchenden mit Essen und Trinken versorgten.
Bevölkerungsschutz
Das Rote Kreuz ist Hauptleistungsträger des Katastrophenschutzes, für den das Land verantwortlich zeichnet. Rund 6.000 ehrenamtliche Helfer stehen bereit, falls der „Grundlast-Rettungsdienst“ nicht mehr ausreicht – flächendeckend, gut ausgebildet und mit Einsatzerfahrung. Hinzu können noch viele tausend weitere Helfer aus den Bereichen Sozialarbeit, Notfallnachsorge, Rettungshunde, Wasserwacht und Bergwacht kommen.
Im Zuge der Neustrukturierung des Bevölkerungsschutzes in Deutschland wird in Baden-Württemberg erfreulicher Weise nun der überalterte Fahrzeugbestand im Katastrophenschutz modernisiert. Für Nachfolgemodelle sowie weitere Krankentransportwagen stehen aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung und Mitteln des Landes insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Im Landeshaushalt 2009 waren bereits zuvor die Mittel für den Katastrophenschutz deutlich auf 3,1 Millionen Euro aufgestockt worden Dr. Menz: „Das ist eine gute Nachricht für den Bevölkerungsschutz in Baden-Württemberg. Diese zusätzlichen Mittel müssen nun aber auch zielgerichtet und zu 100 % für das neu entwickelte Bevölkerungsschutzkonzept verwendet werden.“
Kern des Roten Kreuzes: Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer
Die Mitgliederzahlen im DRK-Landesverband sind weitestgehend stabil: Die Gesamtzahl von 591.443 (2007: 604.691) setzt sich zusammen aus 540.447 (2007: 553.964) Fördermitgliedern und 50.986 (2007: 50.727) ehrenamtlichen Aktiven. Hierzu gehören 14.401 (2007: 14.892) Jugendrotkreuzler im Alter zwischen sechs und 27 Jahren. Mit seinen 34 Kreisverbänden beschäftigt der DRK-Landesverband 5.405 (2007: 5.481) hauptamtlich tätige Mitarbeiter.
Einen besonderen Dank richtete Dr. Menz an die ehrenamtlichen DRK-Helfer, die einen Großteil der Aufgaben bewältigen: Im Jahr 2008 leisteten sie mehr als drei Millionen (3.399.566) ehrenamtliche Dienststunden. Deren Einsatz sei ein unbezahlbarer Dienst für eine menschliche Gesellschaft.
Jugendrotkreuz / Integration
Die Jugendarbeit des Roten Kreuzes ist vielfältig. Sie stärkt den Sinn für soziales und verantwortliches Denken – und sorgt selbstverständlich auch dafür, das Wissen über die Erste Hilfe zu verbreiten. Fast 15.000 Mitglieder bedeuten für das Jugendrotkreuz eine erfreuliche Kontinuität. Seit 20 Jahren fördert das Rote Kreuz mit wachsendem Zuspruch den Schulsanitätsdienst: Mittlerweile sind es an mehr als 450 Schulen über 5000 Schüler – mit jährlichen Steigerungen um rund 20%.
Hinzu kommt das Bemühen des Roten Kreuzes im Hinblick auf Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund. In über 30 Projekten der Kreisverbände geschieht hier echte Basisarbeit im Hinblick auf Verständigung, Toleranz und ein friedliches Miteinader.
Mobil und fit auch im Alter: Die Sozialen Dienste
Das Angebot des Roten Kreuzes von sozialen, ambulanten und stationären Hilfen dient allen Menschen, die sich fit halten und zuhause leben wollen. Dazu gehört der Menuservice, Fahrdienste und Betreuungsdienste und der Hausnotruf. Dort ist das Rote Kreuz Marktführer mit derzeit über 20.000 Kunden. Die Bewegungsprogramme mit Tanz, Gymnastik, Yoga und Gedächtnistraining bewegen rund 30.000 Teilnehmerinnen jährlich.
Exemplarisch für die sogenannten „niederschwelligen Dienste“ stehen 55 Kleiderläden oder die Tafelläden in mittlerweile über 20 Kreisverbänden. Das pflegerische Angebot des Roten Kreuzes aus ambulanten Pflegediensten und Tagespflege-Angeboten wird komplettiert durch die stationären und teilstationären Altenpflegeeinrichtungen. Derzeit betreibt das Rote Kreuz in Baden-Württemberg 45 Einrichtungen mit zirka 3.400 Plätzen.
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