Zivildienst ist kein Auslaufmodell

 

12.1.2010
Rotes Kreuz fordert neue Regelungen für den Zivildienst angesichts der Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate.


Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Baden-Württemberg fordert angesichts eines zu erwartenden auf sechs Monate verkürzten Zivildienstes eine Verlängerungsoption, flexiblere Ausbildungsphasen und eine Übergangsfrist bis 2012. Nur so könne der Zivildienst als sinnvoller Lerndienst erhalten werden, statt zum Auslaufmodell zu werden.

„Eine derart gravierende Verkürzung um ein Drittel der Dienstzeit muss Konsequenzen in der Ausgestaltung und den Bedingungen des Zivildienstes haben“, so Dr. Lorenz Menz, Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg in Stuttgart. Daher habe sich das Rote Kreuz in diesem Sinne auch an die Landesregierung und an die Regierungsfraktionen auf Bundesebene gewandt.

Konkret geht es um eine bessere Nutzung der verbleibenden Zivildienstzeit und um eine Entlastung der Dienststellen bei der Planung und Organisation der Zivildienstplätze. Dr. Menz: „Eine Ausbildungsstruktur die einstmals für eine 15-monatige Zivildienstzeit geplant war, ist für 6 Monate nicht mehr geeignet. Wir brauchen weniger und flexiblere Ausbildungstage, die vermehrt dienstbegleitend an den Standorten stattfinden müssen.“ Zudem sei eine Übergangszeit bis 2012 notwendig, um die Planungssicherheit für die Dienststellen zu gewährleisten. Auch die zu erwartenden höheren Kosten durch die kürzere Dienstzeit dürfen nicht zu Lasten der Anbieter von Zivildienststellen gehen.

Schließlich sollten die Zivildienstleistenden die Möglichkeit zur freiwilligen flexiblen Dienstzeitverlängerung erhalten, um ihre biografischen Lücken schließen zu können und die Lebensplanung zu unterstützen.

Für diejenigen Hilfs- und Unterstützungstätigkeiten, die die Qualität unseres Sozialsystems sicherten, die nun aber durch die Verkürzung wegfallen, müssten Alternativen gefunden werden. Das Rote Kreuz ist bereit, bei deren Entwicklung aktiv und konstruktiv mitzuwirken.

 

 

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