DRK-Landesverband: Erfolgreiche Hilfsbilanz und Mahnungen

 

Stuttgart, 4. Mai 2010
Positive Bilanz bei Erster Hilfe, Rettungsdienst und Jugendarbeit, Mahnungen beim Bevölkerungsschutz, den Notärzten und beim Zivildienst: DRK-Präsident Dr. Lorenz Menz zeigt sich zufrieden über ehrenamtliches Engagement und die Aktivitäten des Roten Kreuzes für das Sozialwesen.
Als größte nationale Hilfsgesellschaft sowie als Spitzenverband der Wohlfahrtspflege zeigt sich das Rote Kreuz in Baden-Württemberg mit 52.000 ehrenamtlichen Helfern und rund 6.100 hauptamtlich Beschäftigten gut aufgestellt.


„Das Rote Kreuz hat überall im Lande ein Interesse: so schnell wie nur möglich zu helfen.“ Zum Rettungsdienst betonte DRK-Landesverbands-Präsident Dr. Lorenz Menz, dass sich das Rote Kreuz nachhaltig für eine schnelle Notfallrettung einsetze. Es unternehme – oft auf eigene Kosten – große Anstrengungen, um den Rettungsdienst zu verbessern. Zertifizierungen nach DIN ISO durch den TÜV werden ebenso aus eigenen Mitteln bestritten, wie die Qualifizierungen der Mitarbeiter im Qualitätsmanagement.

Bei der Notfallrettung gehe es voran bei der Einhaltung der Hilfsfrist, trotz einer Zunahme der Einsätze um rund 23% seit 2005 . Die Rettungswagen haben 2009 in 20 der 29 Rettungsdienstbereiche die Hilfsfrist eingehalten, der Durchschnitt im DRK-Landesverband Baden-Württemberg liegt bei 95,15%, bei den Notärzten sind es 91,6 %. Bei den Notärzten gebe es Handlungsbedarf, so Menz. Allerdings habe das Rote Kreuz hier nur die Rolle des Mahners: „Bei den Notärzten sind wir lediglich Fahrdienst und wirken im Bereichsausschuss mit“.

Das Rote Kreuz trägt rund 85 Prozent des Rettungsdienstes und des Krankentransportes in Baden-Württemberg. An 152 Rettungswachen werden insgesamt 96 Notarzteinsatzfahrzeuge und 288 Rettungswagen vorgehalten. Die Notfallrettung verzeichnete 2009 426.173 Einsätze
(+ 3%), im Krankentransport waren es 504.170 Einsätze (+ 1%).

Anlässlich des Berichtes über die vollzogene Umstrukturierung des Katastrophenschutzes in Baden-Württemberg und eines aktuellen Urteils des Europäischen Gerichtshofes zur Frage von Ausschreibungen im Rettungsdienst erklärte Menz: „Eine Entkoppelung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz darf nicht stattfinden. Sie stellt eine Gefahr für unseren Bevölkerungsschutz dar.“ Der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen beiden Elementen des Bevölkerungsschutzes sei elementar für ein funktionierendes Hilfssystem.

Zivildienst

Auch bei einer auf 6 Monate verkürzten Dienstzeit verabschiede sich das Rote Kreuz nicht aus dem Zivildienst. Mit veränderten und flexibleren Ausbildungsabläufen soll erreicht werden, dass ein Zivildienstleistender so lange wie nur möglich in seiner Dienststelle vor Ort ist. 2009 waren noch 586 Stellen besetzt.
Menz befürchtet insbesondere einen „Verlust für das soziale Gefüge der Gesellschaft, wenn immer weniger junge Männer in Kontakt mit sozialen Einrichtungen und mit der Arbeit von Wohlfahrtsverbänden kommen.“

Der Verband fordere die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung der Dienstzeit mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand sowie eine ausreichende Übergangsfrist zur Planungssicherheit. Nötig sei auch der weitere Ausbau von Freiwilligendiensten wie beispielsweise dem „Freiwilligen sozialen Jahr“.

Bevölkerungsschutz

Das Rote Kreuz ist Hauptleistungsträger des Katastrophenschutzes, für den das Land verantwortlich zeichnet. Rund 6.000 ehrenamtliche Helfer stehen bereit, falls der „Grundlast-Rettungsdienst“ nicht mehr ausreicht – flächendeckend, gut ausgebildet und mit Einsatzerfahrung. Hinzu können noch viele tausend weitere Helfer aus den Bereichen Sozialarbeit, Notfallnachsorge, Rettungshunde, Wasserwacht und Bergwacht kommen.

Die Neustrukturierung des Bevölkerungsschutzes in Baden-Württemberg sei mittlerweile vollzogen. Das Rote Kreuz stelle nach wie vor rund 90 % der Einsatzeinheiten in Baden-Württemberg. Die Reduzierung von 152 auf 120 sei mittlerweile vollzogen. Neue Fahrzeuge werden derzeit ausgeliefert.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer jeden Alters

Die Mitgliederzahlen im DRK-Landesverband sind weitgehend stabil: und 52.230 (2008: 50.986) ehrenamtlichen Aktiven. Hierzu gehören 14.315 (2008: 14.401) Jugendrotkreuzler im Alter zwischen sechs und 27 Jahren. Mit seinen 34 Kreisverbänden beschäftigt der DRK-Landesverband 6.118 hauptamtlich tätige Mitarbeiter. Einen besonderen Dank richtete Dr. Menz an die ehrenamtlichen DRK-Helfer, die einen Großteil der Aufgaben bewältigen. Erfreulich sei der Zuwachs an Helfern sowie die große Motivation, sich für Menschen einzusetzen.

Bei der Jugend und in den Schulen wachse die Zahl der engagierten jungen Menschen. Fast 15.000 Mitglieder bedeuten für das Jugendrotkreuz eine erfreuliche Kontinuität. Seit 20 Jahren fördert das Rote Kreuz mit steigendem Zuspruch jugendliche Sanitätsgruppen an den Schulen des Landes, mittlerweile an mehr als 500 Schulen. „Wir stehen damit bundesweit an der Spitze“, so Menz. Insgesamt erreichte das Jugendrotkreuz 2009 mit seinen unterschiedlichen Schulangeboten vom Schulsanitätsdienst über Angebote in Grund- und Vorschule bis zum Jugendbegleiterprogramm über 20.000 Kinder und Jugendliche, die nicht im Jugendverband selber organisiert sind. Er erlebe, so Menz, dass Jugendliche durchaus bereit seien, sich zu engagieren, wenn auf sie zugegangen wird.

Mit 524.532 (2008: 540.447) Fördermitgliedern erfreue sich das Rote Kreuz nach wie vor einer breiten Unterstützung. Jedoch bestätigen auch diese Zahlen (minus 8% in 5 Jahren) einen allgemeinen Trend bei vielen Verbänden.

Spitzennoten für die Pflege

Bei den unangemeldeten Prüfungen durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen erzielen die stationären Einrichtungen des Roten Kreuzes eine Durchschnittsnote von 1,2. Mit rund 3.500 Plätzen ist das Rote Kreuz zwar auch weiterhin ein eher kleiner Anbieter von stationärer Pflege, entwickle sich aber stetig weiter. Im vergangenen Jahr kamen zwei neue Seniorenzentren mit weiteren rund 100 Versorgungsplätzen hinzu, drei weitere Einrichtungen stehen vor dem Baubeginn bzw. sind in Planung.

Mehr Blutspenden

Insgesamt 133.097 Vollblutspenden im 1. Quartal 2010 bedeuteten gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum eine Steigerung von 14 %. Dies resultiere aus zusätzlichen Blutspendeterminen und zugleich mehr Spendern pro Termin (196 gegenüber 184). „Unser Blutspendedienst konnte nicht nur alle Kliniken und Krankenhäuser in Baden-Württemberg bestens versorgen, sondern er konnte auch andernorts in Deutschland aushelfen, wo wegen des strengen Winters Blutspenden knapp geworden waren“, so Dr. Menz.

Allerdings bereite auch dem Blutspendedienst die demographische Entwicklung Sorge: langjährige Blutspender dürfen nicht mehr Blut spenden, zugleich geht die Zahl der jungen Erwachsenen zurück. Umso wichtiger nehme das Rote Kreuz seine Aufgabe, in der Bevölkerung die Bereitschaft zur Blutspende zu fördern.

 

 

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