42. DRK-Landesversammlung: Dr. Lorenz Menz zum neuen Präsidenten gewählt

 

Staatssekretärin Lichy verleiht Verdienstkreuz 1. Klasse an Vizepräsidentin Dr. Else Färber
Leinfelden-Echterdingen. Der neue Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg heißt Dr. Lorenz Menz. Der 66-jährige Staatsekretär a.D. wurde mit überwältigender Mehrheit am heutigen Samstag von den Delegierten der 34 Kreisverbände zum Präsidenten gewählt.
Der bisherige Amtsinhaber, Ludwig Prinz von Baden, kandidierte nicht mehr. Er wurde zum Ehrenpräsidenten des DRK-Landesverband Baden-Württemberg gewählt. Nach achtjähriger Amtszeit verabschiedete sich Ludwig Prinz von Baden von den Delegierten und wünschte seinem Nachfolger Dr. Lorenz Menz eine erfolgreiche Amtszeit.
Der neue Präsident des Landesverband Baden-Württemberg war von 1988 bis um Sommer 2000 Staatssekretär im Staatsministerium von Baden-Württemberg. Dr. Lorenz Menz ist Vater von fünf Kindern und als Nachfolger von Dr. Gerhard Lang seit dem Juni 2001 Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Stuttgart.
Eine besondere Ehrung erfuhr die bisherige Vizepräsidentin Frau Dr. Else Färber. Sie wurde von Frau Staatssekretärin Lichy für ihr fast fünfzigjähriges Engagement in vielen Ämtern des Deutschen Roten Kreuzes mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Ebenfalls neu besetzt wurden weitere Präsidiumsämter:
Neue Vizepräsidenten wurden die bisherige DRK-Landesleiterin der Sozialarbeit und Fellbacher Bürgermeisterin Frau Barbara Bosch (43), der stellvertretende Landeskatastrophenschutzbeauftragte und Geschäftsstellenleiter Reinhard Müller (59), sowie der Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Aalen und Erster Bürgermeister der Stadt Aalen, Dr. Eberhardt Schwerdtner (60). Die bisherigen Amtsinhaber Frau Dr. Else Färber, Dr. Gerhard Lang und Dr. Hans-Jörg Mauser hatten nicht mehr kandidiert.
Darüber hinaus wurden weitere Präsidiumsmitglieder in ihre Ämter neu gewählt: In die Funktion der bisherigen Landesbereitschaftsleiterin Frau Lotte Müller tritt nun Frau Renate Kottke ein, als Landesleiterin der Sozialarbeit löst Frau Ute Baisch Frau Barbara Bosch ab, Nachfolgerin von Frau Ulrike Würth als Landesleiterin des Jugendrotkreuzes ist Frau Bettina Hamberger und neuer Landesleiter der Bergwacht an Stelle von Heinz Bolz ist nun Günter Wöllhaf.

S.G.H. Prinz Ludwig von Baden war seit 1994 Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg und ist seit 1985 Vorsitzender des Kreisverbandes Mosbach. Ludwig Prinz von Baden ist ein Nachfahre der Großherzogin Luise von Baden, die 1859 den Badischen Frauenverein, Vorläufer der Rotkreuz-Schwesternschaft, gegründet hat.
Bei der Verabschiedung des Präsidiums ehrte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Prof. Dr. Knut Ipsen Ludwig Prinz von Baden für seine Verdienste und der neue Präsident des Landesverbandes, Dr. Lorenz Menz, konnte als erste Amtshandlung seinen Amtsvorgänger zum Ehrenpräsidenten des DRK-Landesverbandes auszeichnen.

Zuvor hatte Ludwig Prinz von Baden in seinem Tätigkeitsbericht eine positive Bilanz der letzten beiden Jahre gezogen.
Der Landesverband kann von einer stabilen Situation bei seinen Mitgliederzahlen ausgehen. Einen besonderen Dank richtete Prinz Ludwig an die ehrenamtlichen Helfer im Landesverband.
Zum Katastrophenschutz mahnte Prinz Ludwig die rasche Auslieferung der von staatlicher Seite zugesagten neuen Fahrzeuge an: Wir müssen nicht erst nach Amerika schauen, wenn wir darauf hinweisen, dass ein gut funktionierender Katastrophenschutz keineswegs ein nutzloser Luxus ist. Die Idylle hat lange getrogen – und unsere Fahrzeuge in gleichem Maße veralten lassen.“
In den Jahren 2000 und 2001 führten der DRK Landesverband und seine Kreisverbände 45 Hilfsgütertransporte mit 512 Tonnen Hilfsgütern im Wert von 3,5 Mio. DM durch. Die Kreisverbände des DRK-Landesverbandes haben im vergangenen Jahr 33 794 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgebildet.
Im Landesverband Baden-Württemberg sind mittlerweile 462 Defibrillatoren im Einsatz. In den DRK-Kreisverbänden wurden bislang über 2.500 DRK-Helfer ausgebildet, um mit diesen Geräten die lebenswichtigen Minuten zwischen Herzstillstand und dem Eintreffen der vollausgerüsteten, professionellen Retter überbrücken zu können.

Erfreuliches galt es aus der des DRK-Sozialarbeit zu vermelden. Im DRK-Landesverband nehmen fast 30.000 ältere, alte und hochbetagte Menschen einmal in der Woche in 1.500 Gruppen unter der Leitung von ca. 1.200 ehrenamtlichen Übungsleiterinnen an einem Angebot der Gesundheitsförderung im Roten Kreuz teil.
Im Bereich der Integration von ausländischen Mitbürgern und Zuwanderern will das DRK im Lande seine Erfahrungen und seine Kompetenz auch zukünftig einsetzen und als „Integrationsdienstleister“ auftreten.
Des weiteren heißen „Qualitätsmanagement“ in der Altenhilfe und ihren Einrichtungen sowie „Vernetzungsstrukturen“ zwischen den einzelnen Dienstleistungsangeboten bei den sozialpflegerischen Diensten die Stichworte, um die es bei der Ausgestaltung der Sozialarbeit im Landesverband gehe.
Angesichts der schwierigen finanziellen Lage bei der Pflege machte der scheidende Präsident klar: „Wir vom Roten Kreuz lehnen eine sogenannte ‚Satt- und Sauber- Pflege’ ab.“ Vor diesem Hintergrund sei es jedoch erfreulich, dass jüngst in der Pflegesatzkommission nach schwierigen Verhandlungen eine allgemeine Erhöhung der Entgelte vereinbart werden konnte.
Bei der Investitionsförderung für den Rettungsdienst bereitet das Haushaltsgebaren des Landes Baden-Württemberg hingegen große Sorge. Die Landesregierung hat innerhalb weniger Jahre das zur Verfügung stehende Haushaltsvolumen deutlich verringert. Dies habe einen direkten Antragstau von mittlerweile ca. 6,0 Mio. Euro zur Folge. „Am Ende“, so Prinz Ludwig,“ haben die Kreisverbände den schwarzen Peter: Das Rote Kreuz steht letztendlich in der Verantwortung, den Rettungsdienstes im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen sicher zu stellen.“

Presseinfo Nr.16/2002, 13. Juli 2002

 

 

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