Stuttgart. Aufgrund der jüngst von der Bundesregierung gefassten Sparbeschlüsse beim Zivildienst sieht der DRK-Landesverband Baden-Württemberg „schwere Zeiten“ für den Zivildienst beim DRK kommen.
Um eine Einsparung von 90 Mio. Euro zu erzielen, hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Wohlfahrtsverbände vor die Wahl gestellt, entweder einer Erhöhung des Eigenanteils an den ZDL-Kosten von 30% auf 50% zuzustimmen, oder den Verlust von 20% der ZDL-Kontingente hin zu nehmen. Letzteres wäre jedoch fatal, da dies praktisch einen ZDL-Einstellungsstopp ab April 2003 bedeutet hätte. Die nun beschlossene Erhöhung des Eigenanteils ergibt eine Mehrbelastung von rund 66 Euro Pro ZDL und Monat.
DRK-Landesgeschäftsführer Hans Heinz betont: „Die Kombination aus einer mehrfach verkürzten Dienstzeit und den um zwei Drittel gestiegenen Kosten macht den Zivildienst für viele unserer Kreisverbände zunehmend unattraktiv.“ Die Leidtragenden seien dabei die Patienten. Im Rettungsdienst seien bereits jetzt immer weniger Zivildienstleitende eingesetzt, da sich die notwendige intensive Ausbildung einfach nicht mehr lohne. Nach Abzug von Urlaub und Krankheitstagen verbleibt von ursprünglich 10 Monaten eine Dienstzeit von kaum mehr als einem halben Jahr. Der Rettungsauftrag werde nun durch teilweise neu eingestellte hauptamtliche Kräfte sichergestellt.
Aufgrund der Kostenerhöhung werden in Zukunft sicherlich noch weitere Zivildienstleistende fehlen. Besonders in den Einrichtungen, Heimen und den sozialen Diensten werden sie nicht immer durch hauptamtliche Kräfte ersetzt werden können, so Heinz: „Wenn die Zivildienstleistenden fehlen, wird ein Stück Menschlichkeit in der Pflege und der Betreuung verloren gehen.“ Ein vollwertiger Ersatz für die Zivildienstleistenden sei mit den derzeitigen Mitteln nicht zu finanzieren.
Presseinfo 02/2003 vom 22. Januar 2003
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