DRK lehnt Nullrunde im Rettungsdienst ab

 

Das Rote Kreuz spricht sich für Verlässlichkeit beim Zivildienst aus und setzt auf Qualität und Innovation

Stuttgart. In seinem Halbjahresbericht vor dem Landesausschuss des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg am Samstag, den 12. Juli 2003 konnte der Präsident des DRK-Landesverbandes Dr. Lorenz Menz eine gute Bilanz ziehen. Das Rote Kreuz sei vital, innovativ und für die Zukunft gewappnet. Dies gelte sowohl für das ehrenamtliche Engagement, beispielsweise in den vielen „Helfer-vor-Ort-Gruppen“ oder in den sozialen Diensten als auch für den professionellen Rettungsdienst.

Zu der von den Krankenkassen angekündigten Nullrunde im Rettungsdienst sagte Menz, dass die durch Tarifsteigerungen und den Rückgang der Zivildienstleistenden entstehenden zusätzlichen Personalkosten im Rettungsdienst ausgeglichen werden müssen. Falls die externen Kostensteigerungen im Rettungsdienst von den Kassen nicht berücksichtigt werden, so Menz, müssten vermehrt Schiedsstellen- oder gar die Verwaltungsgerichte angerufen werden: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Kostensteigerungen, für die wir nichts können, dürfen nicht am DRK hängen bleiben.“

Dem Versuch der Krankenkassen, die Debatte um eine Reduzierung der Rettungsleitstellen im Lande mit einem Investitionsstopp zu verknüpfen, erteilte Menz ebenfalls eine klare Absage.

Für den Einsatz von Zivildienstleistenden verlangte der Präsident des Landes-DRK vor allem Planungssicherheit: „Großzügige Zusagen von Zivildienst-Kontingenten nutzen uns nichts, wenn sie, wie in diesem Jahr geschehen, mitten im Haushaltsjahr zusammengekürzt werden und uns gleichzeitig pro Monat und ZDL 66 Euro zusätzlich abgefordert werden.“

Zu den positiven Punkten der Halbjahres-Bilanz zählte Menz unter anderem die erfolgreiche Jugendarbeit. Bewiesen würde die motivierte und engagierte Projektarbeit beim Jugendrotkreuz durch die steigende Resonanz bei Schülergruppen. In der Sozialarbeit biete das DRK neue Dienstleistungen an und bestehende Angebote seien sehr erfolgreich am Markt vertreten. Als Beispiel nannte er den DRK-Hausnotruf, für den derzeit landesweit geworben werde.

Erfreulicher Weise stünden derzeit im DRK-Landesverband Baden-Württemberg alle Kreisverbände wirtschaftlich auf solidem Boden. Allerdings müsse sich auch hierzulande das DRK wappnen. Die Landesgeschäftsführung habe deshalb einvernehmlich mit den Kreisverbänden beschlossen, über die bestehenden Strukturen hinaus ein Kennzahlen-System einzuführen, um für die Zukunft ein zusätzliches wirkungsvolles Analyse-Instrument zur Vorwarnung vor wirtschaftlichen Schieflagen zu schaffen.

Als Gast begrüßte Menz den neuen Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Clemens Graf von Waldburg-Zeil. Dieser betonte angesichts der vielfältigen Aufgabenfelder die Potentiale des Roten Kreuzes und stellte die Bedeutung einer intensiven Zusammenarbeit der Rotkreuzverbände heraus.

Der Landesausschuss des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg ist das höchste beschlussfassende Gremium außerhalb der alle zwei Jahre stattfindenden Landesversammlungen. Er tagt zweimal pro Jahr.

Presseinfo 16 vom 12. Juli 2003

 

 

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