Unseriöses Vorgehen des Bundes beim Zivildienst – DRK-Präsident fordert Planungssicherheit

 

Presseinfo Nr. 28 vom 29. Oktober 2003
Stuttgart. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Baden-Württemberg kritisiert erneute Kürzungen bei den Zivildienststellen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kürzt entgegen eigenen Zusagen fast 20 % der Kontingente für das Zivildienst-Jahr 2003/2004.

Noch Mitte August hatte das Ministerium zugesichert, die Träger des Zivildienstes könnten mit den im Sommer bekannt gegebenen Kontingentzahlen verlässlich planen. Doch wenige Wochen darauf wird den Zivildienststellen die Grundlage für ihre Arbeit durch diese unerwartete Kürzung wieder entzogen; laut Auskunft des Ministeriums aufgrund einer hausinternen Fehlprognose.

"Bundesministerin Renate Schmidt muss endlich zu einer seriösen und verlässlichen Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden finden", so der Präsident des DRK Landesverbandes Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz. "Wir benötigen Planungssicherheit zum Wohle der Menschen."
"Nicht nur unsere erarbeiteten Verteilungspläne für einzuberufende ZDL werden hinfällig", kritisierte Dr. Menz, "sondern dieses Verhalten hat auch fatale Auswirkungen für die auf unsere Hilfe angewiesenen alten, kranken und behinderten Menschen."

Die von den Wohlfahrtsverbänden betreuten Menschen haben einen Anspruch darauf, auch zukünftig menschlich betreut zu werden. Die jüngsten Entwicklungen vermittelten aber eher den Eindruck, dass der menschliche Aspekt zunehmend ausgespart bleibe.
Das Hin und Her in der Zivildienstpolitik betrifft auch die Zivildienstleistenden selbst: Die aufgrund der enorm schwankenden Kontingentzahlen notwendigen kurzfristigen Zu- und Absagen, ob und wann sie eine Stelle antreten können, erschweren die Lebens- und Berufsplanung der dienstpflichtigen jungen Männer erheblich.

 

 

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