Presseinfo 29 vom 29. Oktober 2003
Stuttgart. Nach Plänen des Sozialministeriums soll im kommenden Jahr die Landesförderung für Mobile Sozialen Dienste, Nachbarschaftshilfen und zeitintensive Pflegedienste wegfallen. Aufgrund der mit der Landesförderung gekoppelten Zuschüsse der Kommunen und Kreise, der sogenannten „Komplementärförderung“ drohen damit allein für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Land Zuschüsse in Höhe von rund 300.000 Euro weg zu fallen In der Folge sind massive Preiserhöhungen bei diesen Diensten zu erwarten – sofern sie überhaupt aufrecht erhalten werden können. Dies kündigte das DRK in einem Brief an das Sozialministerium an.
Aufgrund fehlender Kostenträger sind die ambulanten Dienste unterfinanziert. Durch die Förderung dieser Hilfen seitens des Landes war es bisher jedoch gelungen, flächendeckend Hilfen vor allem im hauswirtschaftlichen Bereich zu gewährleisten. Dies ermöglicht es den betroffenen Menschen, länger in der eigenen Häuslichkeit zu verbleiben und Kosten für Sozialhilfe oder für stationäre Unterbringung der hilfsbedürftigen Menschen zu vermeiden.
In seinem Schreiben warnt das DRK nun eindringlich vor den Auswirkungen für die soziale Infrastruktur des Landes und vor den Folgen für die bisher gute und bezahlbare ambulante Versorgung durch den Wegfall dieses relativ kleinen Haushaltstitels:
„Wir werden sicherlich einige unsere Dienste in strukturschwachen Gebieten einstellen müssen“, heißt es in dem von den beiden Präsidenten der DRK-Landesverbände Baden und Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz und Jochen Glaeser unterzeichneten Brief. „Bei den verbleibenden Diensten wird es zu einer Kostenexplosion kommen“, denn in der Folge müssen die verbliebenen ambulanten Dienste zukünftig weitgehend kostendeckende Preise von ihren Kunden verlangen. Dies wiederum dürfte sich vermutlich direkt auf die Kosten für die Sozialhilfe auswirken, da der betreute Personenkreis sicherlich nicht über die Mittel für Hausangestellte verfüge.
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