32/6.12.2003
Das Rote Kreuz setzt intensiviertes Kostenmanagement und das Angebot neuer Dienste gegen die versiegenden Fördertöpfe von Bund, Länder und Gemeinden.
Stuttgart. In seinem Halbjahresbericht vor dem Landesausschuss des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg am Samstag, den 6. Dezember 2003 zog DRK-Präsident Dr. Lorenz Menz eine zweigeteilte Bilanz:
Der Rotkreuzgemeinschaft im Landesverband habe im letzten halben Jahr gute Arbeit geleistet. Sie habe sich als eine aktive, leistungsstarke und verlässliche Hilfsorganisation in unseren Städten und Gemeinden bewährt. „Wir sind an der Basis präsent und von Politik und Gesellschaft anerkannt. Vor allem die Menschen, die unsere Angebote nutzen, loben uns. Und das Lob von dieser Seite ist besonders wichtig“, so Dr. Menz.
Bezüglich der finanziellen und politischen Rahmenbedingungen sei allerdings eine dramatische Entwicklung zu verzeichnen.
Das Rote Kreuz im Lande bewege sich zwar weiterhin auf wirtschaftlich sicherem Boden, doch die Situation im Gesundheitswesen verschärfe sich immer mehr.
Im Rettungsdienst stehe man vor einer immer kritischeren Situation.
Es zeichne sich ab, dass ohne Einigung mit den Krankenkassen auch im nächsten Jahr vermehrt Verfahren vor den Schiedsstellen und Verwaltungsgerichten nötig werden. „Wir hoffen in einem anstehenden Spitzengespräch mit den Kassenvertretern einen Ausweg aus der Finanzierungs-Sackgasse zu finden.“
Zur Diskussion um die Rettungsleitstellen betonte Menz, dass sich das DRK innovativen Lösungen nicht verschließen werde. Dies zeige sowohl das Beispiel vieler integrierter Leistellen im Lande wie auch die neue virtuelle Leitstelle der Kreisverbände Pforzheim und Heilbronn.
Bei der Sozialarbeit sei die Finanzierung vieler Hilfsangebote in Gefahr. Für das Rote Kreuz gelte es aber, seine vielseitigen Hilfsangebote in der Sozialarbeit weiterhin in der notwendigen hohen Qualität zu versehen.
Angesichts der massiven Kürzungen der öffentlichen Hand bei den verschiedensten Zuschüssen müssten diese Angebote zwar nicht gleich eingestellt werden, denn „mit unseren Diensten, angefangen vom Essen auf Rädern bis zur Ambulanten Pflege, haben wir eine gute Chance“. Doch die Konsequenzen aus den Kürzungen lägen auf der Hand: „Wir werden uns fragen müssen: Was sind unsere Kernaufgaben? Wo setzen wir Prioritäten, wenn Personal und Geld nicht mehr für die bisherigen Hilfsangebote reichen?“.
An Preiserhöhungen werde man dann manchmal nicht vorbei kommen, so Menz.
Trotz der nötigen Konsolidierung müssen aber auch neue Geschäftsfelder mutig angepackt werden. Mit dem Angebot neuer Dienstleistungen wie dem DRK-Mobilruf beweise das Rote Kreuz in Baden-Württemberg seine Position als fortschrittlicher und innovativer Verband.
Der Landesausschuss des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg ist das höchste beschlussfassende Gremium außerhalb der alle zwei Jahre stattfindenden Landesversammlungen. Er tagt zweimal pro Jahr.
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