Kompensation für Zivildienst notwendig – Sozialer Pflichtdienst als mögliche Alternative

 

03/26.1.2004
Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg warnt davor, mit einer weiteren Kürzung der Dienstzeit oder gar Abschaffung des Zivildienstes gewachsene Sozialstrukturen auszuhebeln. „Ein scheibchenweiser Abschied vom Zivildienst ohne sinnvolle und wirkungsvolle Kompensation ist das Schlechteste, was den Wohlfahrtsverbänden passieren kann“, so der Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg Dr. Lorenz Menz.

Der Zivildienst darf weder komplett, noch auf Raten abgeschafft werden, solange keine neuen Regelungen einen solchen Aderlass für die Wohlfahrtsverbände kompensieren. Die geplante Verkürzung der Zivildienstzeit von zehn auf neun Monate mache die Arbeit in sozialen Einrichtungen immer schwieriger. Ein Zivildienstleistender, der nach Abzug von Ausbildungs- Urlaubs- und Krankheitszeiten effektiv nur noch wenige Monate tätig ist, kann in der täglichen Arbeit keine wirkliche Hilfe mehr sein.

Junge Menschen wollen sich durchaus freiwillig engagieren. Doch dafür braucht es eine klare Struktur und ein Fördersystem.
Die bisher für den Zivildienst bereitgestellten Beträge dürfen also keinesfalls zur Haushaltskonsolidierung verwendet werden. Vielmehr müssen sie dazu dienen, die nötigen Mittel bereit zu stellen, damit freiwillige soziale Dienste attraktiver und gesellschaftlich mehr anerkannt werden.

Solche förderliche Rahmenbedingungen sind dringend notwendig, wenn der Zivildienst tatsächlich zum Auslaufmodell wird. Bund, Länder und Gemeinden müssen jungen Menschen, die sich freiwillig engagieren sollen, attraktive Lösungen anbieten, damit sie gegenüber anderen nicht schlechter gestellt werden.

Selbstverständlich sind Lösungen zu bevorzugen, die auf ein freiwilliges Engagement junger Menschen bauen. Wenn dies jedoch nicht die notwendige Resonanz finde, muss auch die Möglichkeit eines sozialen Pflichtdienstes ins Auge gefasst werden. „Nach einem Wegfall des Zivildienstes darf in diesem sozialpolitischen Bereich kein Niemandsland entstehen“, so Dr. Menz.

 

 

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