43. DRK-Landesversammlung des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg:
Rotes Kreuz in Baden-Württemberg im Aufbruch
16/2004, 10. Juli 2004
Karlsruhe. „Wir müssen den Mut haben, lokal verankert zu bleiben und zugleich großräumig zu handeln.“ Genau 50 Jahre nach der Gründung des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg rief dessen Präsident, Dr. Lorenz Menz zu einem Aufbruch auf.
Die Landesversammlung stand unter dem Zeichen des Verbandsjubiläums. Dr. Menz zeichnete dabei eine Linie des Erfolgs für das Rote Kreuz in Baden-Württemberg: Das Rote Kreuz sei „eine lebendige große Hilfsorganisation, in der Menschen für Menschen da sind“. Er dankte den 48.000 ehrenamtlich Aktiven und den über 4.500 hauptamtlichen Kräften im DRK-Landesverband.: „Wenn es diese und die fast 600.000 fördernden Mitglieder nicht gäbe, dann wäre dieses Land ärmer, die Sicherheit schwächer und die seelische Temperatur ein Stück kälter.“
Im Hinblick auf die letzten Jahre resümierte Menz: „Wir sind vorangekommen.“ Der Verband habe eine stabile Mitgliederentwicklung, der Rettungsdienst habe ein hohes Niveau und die Jugendarbeit wie auch die Sozialarbeit sei „auf Erfolgskurs“.
Allerdings seien für die Zukunft erhebliche Veränderungen für den Verband zu erwarten. Eine sich wandelnde Gesellschaft, knappe Budgets der öffentlichen Hand wie auch von hilfsbedürftigen Personen und nicht zuletzt die Folgen der Gesundheitsreformen seien eine große Aufgabe, so Menz. Hinzu käme die nicht leichte Aufgabe, neue freiwillige Helfer für die ehrenamtliche Arbeit des Roten Kreuzes zu gewinnen.
Daher müsse sich auch der Verband weiterentwickeln, um „das Besondere, das Unverwechselbare des Roten Kreuzes zu sichern“. Hierzu gehören neue Leistungen wie der DRK-MobilRuf und ein durchgängiges Qualitätsmanagement wie es in der Pflege und im Rettungsdienst auf einem guten Weg sei.
Dazu gehöre aber auch ein Kurs der Solidität – auch im Interesse der Menschen, die auf eine verlässliche und kontinuierliche Hilfe des Roten Kreuzes angewiesen seien. Aus diesem Grunde sei ein verbandsinternes „Frühwarnsystem“ eingerichtet worden, um wirtschaftliche Schieflagen rechtzeitig zu erkennen.
Schließlich mahnte Menz eine engere Kooperation zwischen den Rotkreuz-Verbänden an. Er sei zutiefst von den Vorteilen einer Bündelung der Potenziale im Roten Kreuz überzeugt: „Da werden wir stärker, da werden wir besser.“
Zugleich bekannte sich Menz zur föderalen Struktur des Roten Kreuzes in Deutschland: „Das ist der Nährboden für das Ehrenamt“.
In seiner Festansprache zum 50jährigen Jubiläum lobte der scheidende Sozialminister Dr. Friedhelm Repnik das Rote Kreuz als einen verlässlichen Partner im Sozialsystem des Lands Baden-Württemberg.
Er zollte den vielen ehrenamtlichen Helfern seinen Respekt und dankte ihnen für die Leistung, die für eine sozialere und Menschlichere Welt einträten. Die vielfältigen Dienste des Roten Kreuzes seien bei der Versorgung der Bürger nicht wegzudenken.
Repnik dankte für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit „auf gleicher Augenhöhe“ insbesondere in den gemeinsamen Aufgabenfeldern in der Altenpflege, der Jugendarbeit, den sozialen Diensten und auch in dem problembehafteten Feld des Rettungsdienstes. Hier zeigte Repnik Verständnis für die schwierige Situation der DRK-Kreisverbände. Er lobte die Innovativkraft im DRK-Landesverband und verwies mit Zuversicht auf gemeinsame zukünftige Projekte.
In seinem letzten Auftritt als Sozialminister auf einer großen Versammlung zeigte sich Repnik sicher, dass sich die gute Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz und der Landesregierung auch mit seiner Nachfolgerin im Amt erfolgreich fortsetzen werde.
Im weiteren Verlauf wurde der Vorstand des Landesverbandes mit überwältigender Mehrheit für den Berichtszeitraum der Jahre 2002 und 2003 entlastet. Die Amtszeit des Vorstandes dauert vier Jahre bis zur nächsten Landesversammlung im Jahre 2006.
Mit rund 550 Delegierten aus den 34 Kreisverbänden des Landesverbandes ist die Landesversammlung das höchste beschlussfassende Gremium im DRK-Landesverband Baden-Württemberg. Sie wird im zweijährigen Abstand durchgeführt.
Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg e.V. im Jahre 2003 (2002):
Kreisverbände: 34 (34)
Ortsvereine: 681 (696)
Bereitschaften: 748 (765)
Arbeitsgemeinschaften für Sozialarbeit: 243 (301)
Sonstige Arbeitskreise: 62( 105)
Bergwachtbereitschaften: 19 (19)
Wasserwachtgruppen: 5 (5)
Jugendrotkreuzgruppen (inkl. Schulsanitätsdienst): 881 (937)
Hauptamtliche Mitarbeiter: 4.238 (4.575)
(Landes- und Kreisverbände einschl. Rettungs-
dienst, Heime und Einrichtungen).
Ehrenamtlich geleistete Dienststunden: 2.912.668 (3.189.329)
Aktive Mitglieder: 50.267 (47.196)
davon JRK-Mitglieder: 15.547 (15.361)
Fördermitglieder: 558.479 (574.468)
Rotkreuzmitglieder gesamt: 608.746 (608.845)
Rettungsdienst:
Notfälle ohne Notarzt: 192.025 (207.683)
Notfälle mit Notarzt: 121.472 (126.822)
Krankentransporte: 485.372 (475.389)
Blutspendeaktionen: 1.625 (1.630)
Blutspenden: 363.012 (352.679)
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