17/20.7.2005
Stuttgart. Neueste Zahlen der gesetzlichen Krankenkassen belegen radikale Kürzungen bei Aufwendungen für Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter und Mütter mit Kindern. Im Jahr 2004 haben die Kassen ihre Ausgaben um insgesamt 19,19 Prozent gekürzt und gefährden damit die Existenz von Kureinrichtungen.
In Baden-Württemberg treffen diese Sparmaßnahmen insbesondere das DRK-Haus Adelheidstift in Kirchberg/Jagst. Diese Kureinrichtung für Mütter mit schwerbehinderten Kindern ist eine von lediglich drei derartigen Einrichtungen in ganz Deutschland. Das Haus befindet sich aufgrund der zurückgegangenen Bewilligungen in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. In Baden Württemberg mussten in den letzten beiden Jahren bereits zwei Mutter-Kind-Heime des Roten Kreuzes nicht zuletzt aufgrund dieser extremen Sparpolitik der Kostenträger geschlossen werden.
In einem Gespräch mit Sozialminister Renner machte der Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz Anfang der Woche auf die Notlage des Mutter-Kind-Kurheimes aufmerksam und bat um Unterstützung: „Bei allem Verständnis für die Sparbemühungen der Kassen sollte dies aber nicht ausgerechnet auf dem Rücken der schwächsten Gruppe der Gesellschaft, den Behinderten geschehen.“
Bestätigt werden die Kürzungen der Kassen auch durch die Statistik der Beratungs- und Vermittlungsstellen des Müttergenesungswerkes: Die Ablehnungsquote der Kassen für die genannten Leistungen ist bundesweit auf 38 Prozent gestiegen. Allerdings legten nach einer Ablehnung rund 2/3 der Mütter mit Unterstützung der Beratungsstellen Widerspruch ein – fast die Hälfte davon erfolgreich. Die Antragszahlen waren 2004 bundesweit nur um 8 Prozent zurückgegangen.
Die zu Grunde gelegten Daten sind im Internet unter www.muettergenesungswerk.de unter „Fachinformationen“ abrufbar.
|
|
(c) Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Baden-Württemberg e. V.,
Referat Öffentlichkeitsarbeit,
Tel.: 0711-5505-136, Fax: 0711-5505-100, eMail: presse@drk-bw.de
|